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    • Wälzlager kann man für alle möglichen Einsatzgebiete und Schmierungsarten auslegen. Von Lebensdauer-Fettfüllung über im Ölbad laufend oder nur indirekt durch Ölnebel geschmiert ist alles möglich. Es kann daher durchaus sein, dass das heißgelaufene Lager garkeine direkte Ölversorgung hat. Schau dir den Kopf mal genau an. Der Kopf muss in jedem Fall runter.   Als nächstes nimmst du dir frisches Benzin oder ordentlich Bremsenreiniger und machst den Kopf sauber. Was du aus dem Kopf herausspülst fängst du z.B. in einem Kaffeefilter auf. Bleiben im Filter Späne zurück, dann prüfen ob diese magnetisch sind oder nicht. Dann kannst du grob eingrenzen ob an einem Stahlteil (Lager) oder Aluteil (Kopf) Material abgetragen wurde. Die Späne können auch woanders her kommen oder mit dem Öl ins Motorgehäuse bzw. dem Filter abtransportiert worden sein. Aber als erster Anhaltspunkt kann es nicht schaden. Im Motorgehäuse wirst du ziemlich sicher Späne finden - die kommen idr aus dem Getriebe, sofern alles andere gut ist. Wenn alles sauber ist dann fällt dir zumindest die Sichtprüfung leichter.   Für alles weitere ist ein Werkstatthandbuch recht nützlich. Ich kenne die Handbücher speziell von TM nicht aber normalerweise wird darin beschrieben wie alle Komponenten geprüft werden sollen und welche Einbau- bzw. Verschleißmaße ok sind.   Dann prüfst du ob der Lagersitz im Kopf noch rund und maßhaltig ist. Dafür gibt Innenmessgeräte wie z.B. diese hier: https://shop.mitutoyo.de/web/mitutoyo/de_DE/mitutoyo/1305643218700/2-Punkt Innenfeinmessgerät /$catalogue/mitutoyoData/PR/511-921-20/index.xhtml  Achtung, kein Schnäppchen aber sowas gibts auch mal bezahlbar als gebrauchtware. Alternativ kannst du dir ein Set Plastigauge im kleinst möglichen Messbereich besorgen. Wenn du damit Spiel zwischen Lager und Lagersitz messen kannst, dann ist was faul. Wieso ist das wichtig: Kugellager sind nicht unendlich steif. Wird ein Lager in einen ovalen Lagersitz verbaut, dann verformt sich (in deinem Fall) der Außenring. Normale Kugellager haben außerdem ein bisschen "Lagerluft", also Spiel zwischen Innenring, Außenring und Kugel. Wird der Außenring des Lagers so stark verformt, dass die Lagerluft 0 wird oder sogar eine Vorspannung entsteht, dann läuft das Lager heiß und zerstört sich irgendwann selbst. Gleiches würde passieren wenn z.B. bei Wartungsarbeiten ein Fremdkörper zwischen Lagersitz und Lager eingeklemmt wurde - in dem Fall müsste davon ein Abdruck im Zylinderkopf oder der Lagerschale sein. Gleiches kann dir passieren, wenn das Lager axial unter Vorspannung montiert wurde. Für einen quick&dirty-Test kannst du passende neue Kugellager ohne Nockenwelle im Kopf verbauen. Lassen sich die Lager nach der ordnungsgemäßen Montage schwerer drehen als im ausgebauten Zustand, dann ist etwas faul. Wenn sich der Außenring im Lagersitz verdrehen oder sich das Lager axial verschieben lässt, ist auch etwas faul. Das Lager sollte im Lagersitz sicher gehalten werden und sich aber noch leichtgängig drehen lassen. Wenn ein Lagersitz platt ist, dann geh mit dem Kopf zu einem kompetenten Motorinstandsetzer.   Der Zylinderkopf ist mit die teuerste Baustelle bei einem "Falschtakter". Speziell Schäden oder Verschleiß an Ventilen, Ventilführungen, Ventilsitzen oder Lagersitzen ist teuer und ohne spezielle Maschinen und Fachwissen schlecht selbst zu reparieren. Selbst kleine Schäden am Kopf können große, teure Motorschäden verursachen. Wenn du mir folgst, dann machst du den ganzen Motor auf und checkst wirklich alles durch. Den Kopf gibst du zu einer kompetenten TM Werkstatt oder zu jemanden der seine Brötchen mit Motorinstandsetzung verdient. Im besten Fall wird alles geprüft und für gut befunden - dann kommst du vielleicht mit einer neuen Nocke + Lager + Schlepphebel + Dichtsatz davon. Falls nicht ist die Instandsetzung jetzt günstiger als wenn der Motor auf der Kartbahn tatsächlich hoch gegangen ist.
    • Danke dir für die sehr ausführliche und verständliche Erklärung 👍 Das mit dem Ventilspiel leuchtet ein, vor allem die Begleiterscheinungen, die du beschreibst – solche Probleme (Startverhalten, Leistungsverlust etc.) hatte ich tatsächlich nicht. Dann kann man das als Hauptursache wohl ziemlich sicher ausschließen. Ich werde mir den Bereich um die Lagerung bzw. den Zylinderkopf jetzt nochmal gezielt anschauen, insbesondere die Stellen mit den Druckspuren, die angesprochen wurden. Könnte es eurer Meinung nach eventuell auch in Richtung Ölversorgung der Nockenwelle gehen? Also dass da ggf. nicht ausreichend Schmierung ankommt oder etwas nicht passt? Schon interessant, in welche Richtung das Ganze geht… hätte ich so am Anfang nicht erwartet. Danke euch auf jeden Fall für die ganzen Inputs!
    • Bin leider dieses Jahr spät dran für Wittgenborn (25.-26.04.) und die Veranstaltung ist aktuell ausverkauft. Falls einer kurzfristig doch nicht kann - ich hab Interesse 😁 bis dahin ✌🏼
    • Wie gesagt, am Ventilspiel als Hauptursache kann es nicht gelegen haben. Die Ventile werden im Betrieb heiß und dehnen sich aus. Dadurch wird auch der Ventilschaft länger. Das Ventilspiel ist wichtig, damit das Ventil noch schließt und dichtet wenn der Motor heiß ist. Ist das Ventilspiel zu klein, dann drückt der Grundkreis der Nocke das Ventil leicht auf und die heißen Gase aus der Verbrennung können zwischen Ventilteller und Ventilsitz entweichen. Da sich das Ventil dann auch nicht mehr am Teller über den Ventilsitzring kühlen kann, wird es sehr heiß. Die Überhitzung hat zur Folge, dass entweder der Ventilsitz verbrennt und das Ventil undicht wird oder der Ventilteller reißt ab und du hast einen brutalen Motorschaden. Das heißgelaufene Kugellager und die eingelaufene Nocke lässt sich mit zu wenig Ventilspiel nicht erklären. Außerdem hättest du dann Begleiterscheinungen wie Leistungsverlust bei Betriebstemperatur, schlechtes Heißstartverhalten und im fortgeschrittenen Stadium auch schlechtes Kaltstartverhalten bzw. Kompressionsverlust bemerken müssen.   So sieht es aus wenn das Ventilspiel zu gering ist und das Ventil durchbrennt. Gibt natürlich noch extremere Beispiele:      
    • Danke euch für die ausführliche Einschätzungen 👍 Die Stelle vorne rechts schaue ich mir nochmal ganz genau an, das ist ein guter Hinweis. Dass es solche Probleme bei den ersten SMK schon gegeben hat, ist natürlich interessant – war mir so noch nicht bekannt. Ventilspiel wurde gemacht, aber ich werde das Ganze jetzt nochmal genau prüfen bzw. prüfen lassen. Vielleicht hat jemand noch andere Hinweise? Danke euch!
    • Also wenn die Nocke wälzgelagert ist dann dürfen im Lagersitz keinerlei Laufspuren sichtbar sein und die Passung zwischen Lager und Lagersitz muss in Ordnung sein - sprich übermaßpassung, Außenring des Lagers darf sich nicht verdrehen lassen. Falls das nicht passt, dann könnte das Kugellager nahe der eingelaufenen Nocke die Fehlerquelle sein, beispielsweise weil dieses heißgelaufen ist und gefressen hat. Dann genau prüfen ob der Lagersitz im Kopf noch maßhaltig ist. Lagersitze kann man reparieren aber da die meisten Werkstätten nur noch Teile tauschen können/wollen ist entweder ein Besuch beim Motorinstandsetzer oder ein anderer/neuer Kopf fällig.   Ob nun die Nocke oder das Lager die Ursache war ist eigentlich Nebensache. Die Nockenwelle und ggf. der Schlepphebel muss neu und alles andere lässt sich prüfen 😀
    • Hi Miteinander, ich gebe euch recht, dass die Lagerung über die Wälzlager läuft und mein Vorschlag vielleicht nicht der Grund ist.  Es gab aber bei einigen SMK, der ersten Generation diese Probleme. Waren aber meistens bei Wettbewerbsmopeds im Renneinsatz.  Schaut mal die Lagerschale im Zylinderkopf vorne rechts an. Da sind eindeutige Druckstellen / Beschädigungen sichtbar. Beim Rest sieht man davon nichts. Entweder ist hier wirklich zu viel Druck vom Ventil von unten auf die Nockenwelle gekommen. Weil kein Ventilspiel oder Ventil fest / zu lang. Oder das Lager hatte einen Schaden bzw. Waren die Schrauben an der Brücke mit Zuviel NM angezogen.  Wie der Kollege schreibt, Kopf runter und entweder selbst vermessen oder besser zum Spezialisten damit.  Viel Erfolg. 
    • Entweder ist Ventilspiel vorhanden oder das Ventil schließt im Betrieb nicht mehr. Wenn das Ventil nicht mehr schließt, kann die Hitze aus dem Ventilteller nicht mehr über den Ventilsitz an den Kopf und damit an das Kühlwasser abgeführt werden. Der Ventilteller brennt "langsam" ab oder reißt ab. Das lässt sich prüfen indem man das Ventil ausbaut und den Ventilsitz ansieht. Für eine schnelle Prüfung könnte man auch mal am jeweiligen Kanal ein Vakuum ziehen und schauen ob die Ventile noch dicht sind.   Das Problem scheint nur eine Nocke zu betreffen. Die andere Nocke sieht im direkten Vergleich noch ganz ok aus. Auch das Lager direkt neben der eingelaufenen Nocke sieht ok aus - das ist ein Zeichen dafür, dass zumindest dort ausreichend Öl vorhanden war. Ich vermute daher entweder einen Material bzw. Vergütungsfehler an der Nocke oder am Schlepphebel an diesem Ventil. Ist aber alles nur Mutmaßung. Das einzige was dir tatsächlich helfen kann ist zerlegen und prüfen.   Also: Zylinderkopf runter, Kopf komplett zerlegen und alle Teile und Passungen genau prüfen. Also mindestens Ventile, Ventilführungen, Ventilsitze, Ölbohrungen, Lagerpassungen. Bei Falschtaktern kann am Zylinderkopf sehr viel kaputt gehen und solche Schäden verursachen oft auch einen großen Teil der Kosten bei einer Revision. Genau das steht bei deinem Motor jetzt an.
    • Moin, glaube der Dennis verwechselt da ein bisschen was zu anderen Herstellern. Ich kenne mich mit TM nicht aus, aber man sieht das die Nockenwelle über Wälzlager gelagert wird und nicht wie so häufig über hydrostatische Gleitlagerung. Mangelschmierung würde ich da eher ausschließen, es sei denn es gibt Ölbohrungen die direkt zwischen Nocken und Schlepphebel spritzen. Die hohe Temperatur und der Verschleiß ist nur an der Nocke und dem dazu gehörigen Schlepphebel zu sehen. Die Schlepphebel sind anscheinend sogar DLC beschichtet, was als Reibpaarung mit der Stahlnockenwelle ziemlich optimal ist. Meine Vermutung ist eher, dass kein Ventilspiel vorhanden war und die Kraft zwischen Nocke und Schlepphebel permanent zu groß war. Mit mehr Temperatur wird alles noch enger und schlimmer. Aber Ventilspiel wurde vermutlich gemessen vor dem Zerlegen. Fakt ist, dass Nockenwelle und Schlepphebel kaputt sind.    Gruß Jan
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